" Kurdistan – fremd und geheimnisvoll "
Die kurdische Wirtschaft
Die ökonomische Grundlage der Kurden bildet die
Landwirtschaft. Bis in die heutige Zeit hat sich die traditionelle
Lebensweise in vielen Regionen Kurdistans kaum verändert.
Heute noch sind einige Kurden halbnomadische Hirten. Sie leben in
Zelten und im Sommer mit ihren Viehherden in den iranischen
Hochländern und im Wintern ziehen sie in die tieferen Ebenen
des Iraks. Andere Kurden leben in kleinen Gemeinden und verdienen ihren
Lebensunterhalt als Ackerbauern. Bei der bäuerlichen Arbeit
wird wenig modernes Gerät verwendet. Wie seit vielen
Jahrhunderten wird das Land mit von Ochsen gezogenen
Holzpflügen bearbeitet.
Die Bergbauern wohnen in spärlich mit Möbeln eingerichteten Häusern aus Lehmziegeln, welche durch die berühmten von kurdischen Kunsthandwerkern geknüpften Teppichen trotzdem ein gewissen Glanz und Reichtum ausstrahlen. Neben den Hauptanbauprodukten Gerste, Weizen und Linsen halten viele Ackerbauern auch Vieh, wie Schafe, Ziegen und Ochsen. Während die Bergbauern meist aber als Besitzer des Landes aufgrund der Boden- und Klimaverhältnisse kaum über ihren Eigenbedarf hinaus produzieren, haben die Bauern im Flachland die Äcker meist nur gepachtet oder arbeiten als Saisonkräfte für die Grundbesitzer oder den Staat. Die fruchtbaren Ebenen im südlichen Kurdistan gelten als Kornspeicher Syriens und des Iraks.
Hier wird insbesondere Getreide im Überschuss
hergestellt. Aufgrund der zum Teil sehr schlechten
Lebensverhältnisse ist in den letzten Jahren eine
verstärkte Abwanderung von jungen Kurden in die industriellen
Zentren festzustellen. In den kurdischen Siedlungsgebieten gibt es auch
sehr reiche Erdölvorkommen, aber die Regierungen dieser
Länder weigern sich, die Kurden an diesem Reichtum teilhaben
zu lassen.
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